Die Geschichte Aarwangen

Altertum

Der Oberaargau und mit ihm Aarwangen sind altes Kulturgebiet. Während in der Umgebung Funde gemacht wurden, die auf die Pfahlbauer zurückgehen (Burgäschi, Inkwil), weisen andere Funde in Aarwangen selbst auf die Steinzeit zurück. (Hügelgräber im Hardwald). Auch hier mussten die Kelten den Römern weichen, deren Anwesenheit in Aarwangen durch Münzenfunde aus der Zeit des Kaisers Alexander Severus (225 n. Chr.) bewiesen ist (Muniberg). Auf dem Muniberg fand man auch die Mauerresten eines Römischen Wachtturmes. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches drangen von Norden die Alemannen über den Jura in unser Gebiet, von Westen her die Burgunder. Nach allgemeiner Annahme verlief die Grenze zwischen diesen beiden Völkerschaften der Aare entlang. In jene Zeit der Eroberung gehen wohl die Gräberfunde zurück, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts an linken Aareufer, gegenüber dem Schloss Aarwangen gemacht wurden.

Autor unbekannt / Aus dem Buch der Ernst Aarwangen

Mittelalter

Die romantische Zeit des Mittelalters hat um die Wende des 12. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht. Auch im Oberaargau erhoben sich die Burgen der grossen und kleinen Dynastien. Diese meist zähringischen Besitzungen gingen an die Grafen von Kyburg über, die sie durch Adlige verwalten liessen. In Aarwangen herschte um 1165 ein Ritter Niclaus von Aarwangen, später ein Ritter Berchtold von Aarwangen (1251). Zur Zeit, da die verwaiste kyburgische Grafschaft durch habsburger übernommen wurde, hören wir von einem Ritter Walther von Aarwangen (1266), der später Schulthess der Reichsstadt Solothurn wurde. Er zog um 1276 mit Rud. Von Habsburg gegen Böhmen und war einer der begütertsten und angesehensten Ritter des Landes. Noch zu grösseren Ehren kam sein Sohn Johann von Aarwangen (1280-1350). Da dieser keine Erben hinterliess, ging die Besitzung Aarwangen 1341 in den Besitz der Herren von Grünenberg über. Beim Einfall der Bugler in das Land um 1375 wurde die Burg zerstört, jedoch wieder aufgebaut. Nach dem Tode des letzten Grünenberg ging Aarwangen im Jahre 1432 an Bern über, das bis zum Jahre 1798 die Besitzung durch Landvögte verwalten liess. Die Familien der Mülinen, Steiger, Willading, Werdt, Wattenwyl, Tscharner, May, Thormann, von Erlach, Stürler und viele andere mehr lösten sich als Landvögte ab. Das Schlossbuch nennt 71 Landvögte. Aarwangen spielte eine bedeutende Rolle im Bauernkrieg von 1653 und wurde zum Hauptschauplatz, als nach Zusammenbruch des Aufstandes eine Anzahl der Anführer auf dem Galgenfeld hingerichtet wurden.

Autor unbekannt / Aus dem Buch der ErnstAarwangen

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Zeit der Helvetik, Mediation

Die Revolution in Frankreich im Jahre 1798 warf ihre Wellen auch in unser Lande, wo sich das Volk gegen die Unterdrückung durch die Vögte auflehnte. Das Schloss wurde schwer beschädigt, die Burgmauern zum Teil abgebrochen. Es entstand eine neue helvetische Republik, in welche die Landvogtei Aarwangen einem Distrikt Langenthal Platz machen musste. Als im Jahre 1803 Napoleon durch die Mediationsakte die helvetische Republik wieder zu einem Staatenbund machte, teilte der Kanton Bern seine Gebiete in Amtsbezirke ein und Aarwangen wurde wieder Hauptort des gleichnamigen Bezirks. Bei der Einsetzung des Oberamtmannes kam es zu Unruhen, dem sogenannten «Bannwartenhandel». Der neue Oberamtmann Hartmann weigerte sich, den durch die Aarwangenerbürger gewählten Bannwarten zu bestätigen. Eine Anzahl der Angesehensten Bürger: Johann Egger «Grossrat», Samuel Obrist «Müller», Samuel Egger «zum Wilden Mann», Johann Gerber «Zöllner» und Rudolf Ernst verfassten eine Denkschrift im Gasthof zum Wilden Mann, die dem Oberamtmann durch Rudolf Ernst anlässlich der Huldigungsfeier in der Kirche überreicht wurde. Da der Oberamtmann Hartmann die Annahme dieser Urkunde Verweigerte, verliessen die Bürger aus Protest die Kirche, die mit Schwefelbalsam verstänkert wurde. Ein aus Bern herbeigerufener Kommissar veranlasste die Verhaftung der genannten Personen. Johann Egger und Samuel Obrist wurden nach Bern abgeführt, später des Landes verwiesen. Nach einigen Jahren kehrte Johann Egger nach Aarwangen zurück und wurde einer der ersten Führer des Oberaargaus und war massgeblich daran beteiligt, dass das damalige Regiment des Kantons Bern 1831 durch eine Volksregierung ersetzt wurde. Nach dem sich das Bernervolk im Jahre 1830 endlich eine demokratische Regierung erwirkt hatte, begann auch für Aarwangen eine friedliche Zeit. Am Tage der Annahme der Verfassung flammte auf dem Muniberg zum letzten Mal der «Chutz» auf, um weithinaus den Anbruch einer neuen Zeit zu verkünden.

Autor unbekannt / Aus dem Buch der ErnstAarwangen, der Chronik „Gasthaus zum Wilden Mann“, der Kurzbiographie von Johann Egger

Neuzeit

Mit dem Anbruch ruhigeren Zeiten entwickelte sich auch Aarwangen zu einer wohlhabenden Gemeinde. Die ab 1790 eingeführten drei grossen Jahrmärkte brachten viel Leben in das Dorf. Handwerker und Gewerbetreibende vermehrten sich, doch konnte die Industrie, wohl weil Aarwangen von der neuen Eisenbahnlinie etwas abgelegen war, keinen rechten Fuss fassen. (Ausgezogen nach Langenthal Hector Egger Baufirma 1859, Egger & Cie. Langenthal Textil 1911, usw.) Als bedeutende Unternehmen sind in den frühen 1920er Jahren, die neu gebaute Wollgarnfabrik H. Ernst & Cie. (H.E.C.), mit ca. 100 Mittarbeiter und die G. & W. Egger Aarwangen Handschuhfabrikation zu nennen. Durch die stark wachsende Industrie in Langenthal und Roggwil wurde Aarwangen in den 1950 Jahren von einem Bauerndorf in ein Arbeiterdorf verwandelt. Dies bewirkte eine enormen Zuwachs der Bevölkerung, was wiederum im Verkehr und der gesamten Infrastruktur zu spüren war. Einzig die Weiler Haldimoos und Meiniswil blieben von diesem Zuwachs bis heute noch verschont.

Autor HEgä Egger

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1861

Aarwangen als Hauptort des Amtsbezirkes Aarwangen

  • Ein ländliches Bauerndorf im Aufschwung der Neuzeit mit den Weiler Haldimos, Meiniswil, Mumenthal
  • Eisenbahnanschluss Langenthal 1857
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1900

Markante Veränderungen:

  • Hauptsstrasse in Zentrum
  • Hauptstrasse Eyhalde
  • Neue Wynaustrasse
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1925

Markante Veränderungen:

  • OJB Schmalspurbahn durch Aarwangen 1907
  • Erste Wasserkraftwerk Bannwil mit dem Kanal bis Wangen an der Aare 1904
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1950

Markante Veränderungen:

  • Quartiere Farnere, Sonnhalde
  • Sekundarschulhaus 1933
  • Langenthal nähert sich Aarwangen
  • Industrie HEC
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1975

Markante Veränderungen:

  • Waldrodung Unterhard
  • Quartiere Hard, Wiesenstrasse, Riedgasse, Kirchenfeld, Bannfeld, Quellenweg, Ursprung
  • Neue Schulanlage in der Sonnhalde 1970
  • Kieswerk Rissi
  • Neues Wasserkraftwerk Bannwil / Rückbau des alten Werks und des Kanals 1970
  • Kleines Wachstum der Industrie Hard
  • Langenthal an der Grenze
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2000

Markante Veränderungen:

  • Quartiere Galgenfeld, Sonnhalde, Mumenthal Hof, Haltmatt, Vorstadt, Ursprung
  • ZAR 1972
  • Hauptstrasse im Kleben
  • Versumpfung des Mumenthalerweier
  • SBB Schnellbahn (Bahn 2000)
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2013

Markante Veränderungen:

  • Verdichtetes Bauen
  • Quartier Bergwinkel
  • Erweiterung der Shhulanlage Sonnhalde 2002
  • Industriegebiet Hard

Mumenthal 2019

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HEgä Egger, Aarwangen | info@hegäegger.ch | oder Abends 076 310 85 63


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